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Retter bei Ertrinkungsfällen automatisch versichert

16. Juli 2021

Glückliche Menschen am See ©thaut images - fotolia.com

In Niedersachsen kommt es im Sommer an Flüssen, Seen und am Meer immer wieder zu tragischen Schwimmunfällen. Gefahren werden unterschätzt und oftmals werden Gewässern aufgesucht, die nicht hinreichend gesichert oder überwacht sind.

Gut zu wissen für alle, die versuchen, Ertrinkende zu retten: Sie stehen bei ihrem Einsatz unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das teilt der Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover (GUVH) anlässlich immer wieder vorkommender Ertrinkungsunfälle in Niedersachsen mit. Der GUVH ist zuständiger Unfallversicherungsträger für Ersthelfende und private RetterInnen in weiten Teilen Niedersachsens.

Die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt die Kosten der Behandlung, wenn sich ein Mensch bei einer Rettungshandlung verletzt. Der Versicherungsschutz wird in dem Moment wirksam, in dem jemand aktiv ins Geschehen eingreift. Versicherte erhalten umfangreiche Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Die Regelleistungen für Versicherte sind identisch mit denen, die einem Versicherten nach einem Unfall bei der Arbeit zustehen. Schon Vorbereitungshandlungen, wie das Verständigen von Polizei, Feuerwehr, Arzt oder Rettungsdienst sind versichert. Man muss sich weder beim Gemeinde-Unfallversicherungsverband anmelden noch Beiträge zahlen, denn die Finanzmittel bringen die Kommunen auf.

Hinter dem gesetzlichen Unfallversicherungsschutz für Ersthelfende und RetterInnen steht ein Grundsatz des Sozialgesetzbuchs: Privatpersonen, die sich bei Not- und Gefahrensituationen für andere einsetzen, sollen abgesichert sein, wenn sie bei ihrem Einsatz verunglücken. Zuständig in Niedersachsen sind die Gemeinde-Unfallversicherungsverbände. Die örtliche Zuständigkeit entnehmen Sie bitte hier.

Die Gemeinde-Unfallversicherungsverbände in Niedersachsen gehen jedem Hinweis auf eine Hilfeleistung nach, beispielsweise nach einem Anruf oder aufgrund von Presseberichterstattungen. Jeder Fall wird sorgfältig geprüft. Deshalb sollten Polizeiprotokolle oder ähnliche Dokumente vorgelegt werden, sofern sie vorhanden sind.

Das müssen Sie bei der Rettung Ertrinkender beachten

Vor der Rettung eines Ertrinkenden muss Hilfe per Handy herbeigerufen werden (Telefonnummer 112), damit die Rettung durch professionelle Hilfe unterstützt werden kann. Sollten Sie selbst einen Rettungsversuch unternehmen, ist es wie bei jedem Notfall wichtig, auf den Eigenschutz zu achten. Schätzen Sie Ihre körperliche Konstitution und Ihre Kenntnisse in der Wasserrettung vorher selbst ab, ob diese ausreichen, um eine Person mittels Schleppgriff an den Strand zu bringen. In Panik geratene Personen können durch Umklammerung ihre RetterInnen, in Gefahr bringen. Schätzen Sie die Situation im Wasser ab: Im Meer können Ertrinkende durch Unterströmungen in Richtung offene See hinausgezogen werden. Hohe Wellen erschweren den Rettungsvorgang zusätzlich.

Weitere Informationen zur Hilfeleistung finden Sie unter www.guvh.de