ATEMLOS • Wenn die Luft am Arbeitsplatz so richtig schlecht ist


             Puh, hier ist ja dicke Luft."

                                „Wonach riecht es denn hier?" 

    „Hier ist aber staubig!"

Diese Sätze hat wohl jeder schonmal an seinem Arbeitsplatz gesagt oder gehört. Was lustig klingt, hat meistens einen ernsten Hintergrund. Denn wenn Sie sich von der Luft an Ihrem Arbeitsplatz gestört fühlen, dann muss etwas passieren.
Verantwortlich für das Raumklima am Arbeitsplatz ist wie bei vielen Dingen Ihr Arbeitgeber. Wenn es also Störungen oder Probleme mit der Luft gibt, schildern Sie dies ihrem Vorgesetzten und bitten ihn um eine Lösung.

Woher kommt die schlechte Luft?

Die Gründe für schlechte Luft am Arbeitsplatz können vielfältig sein: Staub (durch Abgase, Maschinen oder Drucker/Kopierer im Raum), Gefahrstoffe, zu wenig Sauerstoff durch beispielsweise fehlende Belüftungsmöglichkeiten, Ausdünstungen durch Teppiche und andere Textilien, Tapeten, Kunststoffe oder (neues) Mobiliar, usw..

Aber auch kollegiale Beziehungen können zur sprichwörtlichen schlechten Luft führen, wenn Probleme bei der Zusammenarbeit vorliegen oder die gemeinsame Arbeitsplatzsituation nicht den jeweiligen Bedürfnissen entspricht.

Für die Abstellung all dieser Probleme ist es in erster Linie wichtig, die Ursache zu (er)kennen. Daher ist nach der genauen Schilderung durch die Betroffenen eine fachkundige Analyse der Umgebung notwendig.

Falls die Ursache im Betrieb von Maschinen (z.B. Holzstäube oder Abgase) liegt, sind technische Maßnahme wie Staub- oder Abgasfilter zu nutzen.
Bei Ausdünstungen von Bodenbelägen oder Möbeln kann die Ursache oft nicht direkt genau erkannt werden, was das gegenwirken schwieriger macht. Hier kann es notwendig sein, Messungen in den betroffenen Bereichen durchzuführen.

Bei Gefahrstoffen ist zu prüfen, ob im Rahmen der Substitutionspflicht geprüft wurde, ob der genutzte Gefahrstoff durch einen ungefährlicheren ersetzt werden kann. Oder noch besser: der Gefahrstoff wird gar nicht mehr genutzt.

Mangelnder Sauerstoff kann an fehlenden Lüftungsmöglichkeiten liegen. Nutzen Sie die Pausen, um Ihren Arbeitsplatz stoßzulüften.

Grundsätzlich sind Maßnahmen im Bereich der Persönlichen Schutzausrüstung (wie Atemschutz) bei der Rangfolge der Schutzmaßnahmen erst am Ende in Betracht zu ziehen und sollten immer erst ge-nutzt werden, wenn die technischen Schutzmaßnahmen ausgereizt sind und das Luftproblem trotz-dem nicht behoben werden konnte.

 

 

 

 

 

 

 


























 

Und wenn die „dicke Luft" doch einen anderen Grund hat?

Falls die Ursache für die schlechte Luft im zwischenmenschlichen Bereich liegt, ist ebenfalls Ihr Arbeitgeber in der Verpflichtung, zu handeln. Hier ist sinnvoll, die Gefährdungsbeurteilung im Bereich der psychischen Belastungen zu überarbeiten und zu verbessern. Die Psychische Belastung am Ar-beitsplatz kann sich sowohl auf die Gesundheit der Mitarbeiter/-innen als auch auf die Arbeitsfähigkeit auswirken und sollte in jedem Fall von Ihnen und Ihrem Arbeitgeber ernst genommen werden.

Wenn Sie Unterstützung beim Vertreiben von schlechten Luft am Arbeitsplatz benötigen, bekommen Sie Hilfe von Ihrem Arbeitgeber, dem Personalrat, Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit sowie beim Arbeitsmediziner und natürlich auch in der Präventionsabteilung Ihres Unfallversicherungsträgers (GUV Hannover oder LUK Niedersachsen).

Das Themenplakat (DIN A3) steht hier zum Download bereit.